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Mail Nummer 1

Hallo,

wir sind inzwischen in Peking angekommen und wie man sieht haben wir sogar ein Internet-Cafe gefunden. Wir koennen also die Drohung wahrmachen...

Nun, in der letzten mail hatte ich ja behauptet wir haetten alle noetigen Unterlagen - nuuun, das war nur im Prinzip richtig, denn unsere Tickets sollten per Post-Express zu uns kommen und am Dienstag bei uns sein. Die Post garantiert eigentlich dass ein Express in 24 Stunden da ist ... Wie das nun mit dem "eigentlich" und dem "sollte" so ist, es klapt nicht immer so, wie man sich die Dinge wuenscht. Kurz: unsere Tickets waren am Dienstag Abend immer noch nicht da, weil der Brief mit wegen einer Bombendrohung haengen geblieben ist ...

Nun, Aeroflot hat uns trotzdem mitgenommen (nach diversen Telefonaten mit dem Reisebuero) und selbst die Bundesbahn hat uns ein neues Rail&Fly Ticket verkauft. Letzteres war kein Problem mehr, nachdem Inge den Menschen am Schalter beeindruckt hatte ... (Inge: War die gleiche Masche, mit der ich schon den Menschen in der russischen Botschaft dazu bewegt hab, mir die Visa am gleichen Tag auszustellen: vollkommen aufgeloestes armes Maedel in Panik. Ein sehr erfolgreiches Konzept)

Am Frankfurter Flughafen sind wir nateurlich gleich mal wieder aufgefallen. Ueberrschenderweise positiv: Die Bedienung im Cafe meinte, wir waeren die ersten Gaeste, die froehlich waren. Welch Wunder, nach dem wir bei der Reiseplanung dann WIRKLICH am Flughafen waren und es auch so aussah, dass wir die Tickets noch bekommen wuerden!

Der Flug von Frankfurt nach Moskau verlief ziemlich Problemlos. Alles in allem ist Aeroflot nicht so schlimm wie gelegentlich zu hoeren ist, zwar funktionierte die Video-Anlage nicht, ansonsten waren Flugzeug und Service in Ordnung. Inge und Andreas ham den Flug auch ueberstanden. Okay, etwas bleich und sich an den ungeruehrten Florian klammernd. Witze wie: "In Frankfurt hats wenigstens keine Metallstuecke auf der Startbahn. Jedenfalls nicht vor unserem Start..." haben uns aber auch nicht dazu bewegen koennen wieder auszusteigen.

Der Flughafen in Moskau gab fuer die vier Stunden Aufenthalt wirklich nicht viel her. Neben den ueblichen Duty-Free Shops gibt es eigentlich nur ein paar ziemlich teure Kneipen und natuerlich keine Moeglichkeit mal eben Mails zu verschicken. Aber warum sollte es in Moskau besser sein als in Frankfurt.

Der Flug von Moskau nach Peking verlief genauso ereignislos wie der erste Teil, alles funktionierte wie erwartet - besser gesagt, so wie es sein sollte, was uns dann doch etwas verunsichert hat.

In Peking angekommen war die Einreise nicht weiter schwiergig, eine Beamtin schaut sich den Pass an und sammelt die Einreisekarte ein, anschleissend holt man sich seinen Koffer und geht am Zoll vorbei - wirklich zu sehen war dort niemand - in die Ankunftshalle : fertig.

Der Flughafen in Peking liegt ein Stueck ausserhalb, man kommt entweder mit dem Taxi oder mit dem Bus in die Stadt. Aus purer Abenteuerlust entschieden wir uns fuer letztere Variante. Irgendjemand erzaehlte uns auch, wo wir aussteigen sollten. Da standen wir also im Verkehrsgewuehl. Von der Haltestelle war es eigentlich nicht allzuweit zum Hotel, es ist aber doch recht anstrengend die ganze Strecke einen Koffer hinterher zu schleifen. Ausserdem haetten wir lieber den Zettel mit der Adresse des Hotels zum Fragen nach dem Weg verwenden sollen, anstatt mit der Karte herumzuhantieren. Ich meine, wir sind dahin gekommen, wo wir hin wollten - leider war das nicht ganz der Ort an dem das Hotel steht.

Das Hotel selbst ist - naja kommt drauf an, was man fuer Masstaebe anlegt: Ideale Lage direkt hinter der Verbotenen Stadt, die Eingangshalle sieht nach mindestens 4 Sternen aus, Marmorboden, rumstehende Ledersessel, Uhren mit der lokalen Zeit diverser Grossstaedte,... Zu den Zimmern geht man zu einer Seitentuer raus und ueber mehrere Hinterhoefe in ein ziemlich runtergekommenes Gebaeude, das nicht wirklich nach einem Hotel aussieht. Unser Zimmer war dann aber doch ueberraschend sauber und komfortabel: Eigenes Bad, Klimaanlage, Farbfernseher, Telefon,... Die Dusche ist ein einsamer Duschkopf irgendwo neben dem Klo. Vielleicht finden wir irgendwann auch raus, wie man dort warmes Wasser kriegt. Der Warmwasserhahn ist jedenfalls nicht dafuer zustaendig, dort gibt es nur kaltes Wasser. Vielleicht ist es der Kaltwasserhahn, dem konnten wir bisher noch nichts entlocken. Die Klimaanlage ist entsetzlich laut, liefert aber wirklich kalte Luft auch wenn sie nicht so aussieht, als wuerde sie ueberhaupt funktionieren koennen. Erst haben wir auch nicht einmal versucht sie anzuschalten.

2. Tag oder die Suche nach dem Internet-Cafe

Das Fruehstueck stellte sich als etwas heraus, was aus eher salzigen und warmen Dinge besteht, im wesentlichen aus einer Art Pfannenkuchen und ein bischen Gemuese. Dazu gabs noch irgendwelche Suppen. Aber wir warn schon mal sehr gluecklich, dass die braunen Eier, die wir auf dem Teller hatten, wohl nicht die 3 Wochen alten braunen Eier waren, von denen Stefan schon erzaehlt hat, sondern eher die, die in Tee gekocht werden. Die chinesischen Essgewohnheiten kommen uns eigentlich entgegen: man darf rumsauen. Und wenn man sein Fruehstueck mit Staebchen und OHNE Kaffee einnehmen muss, gehts nicht anders.

Ausser uns gibt es noch wenige weitere Auslaender im Hotel, wir traffen einen Finnen und eine Amerikanerin. Letztere scheint alle Voruteile zu bestaetigen, mal sehen ob sie Morgen immer noch in diesem Hotel ist. Die Unterhaltung mir ihr war sehr lustig. Ihr war das Hotel wohl nicht gut genug. Um ihr klar zu machen, dass es noch viel schlimmer kommen koennte, wollten wir ihr erzaehlen, dass man ja auch Schimmel und Pilze im Bad haben koennte. Naja und mangels anderer Worte meinten wir halt: wir haetten von einem Hotel mit "plants" im Bad gehoert. Sie: Oh toll, gruene Pflanzen im Bad!?. Was zu einem ziemlichen Lachen bei uns und dem Finnen gefuehrt hat. Ich glaube sie wird nicht mehr mit uns zu tun haben wollen... Alles in allem scheinen die Leute alle von der Touristen-Info am Flughafen dahin geschick worden zu sein.

Inzwischen haben wir auch herausgefunden wie man sich Nachschub an heissem Wasser verschaft: man stellt einfach die Thermoskanne vor die Tuer.

Auf jeden Fall sind wir nun vor ein paar Stunden munter (Florians Kommentar heute morgen um ca. 7.30: so frueh bin ich schon seit Jahren nicht mehr von alleine aufgewacht...)aufgebrochen um einen Rechner mit Internetzugang zu finden. Ja, das war dringend notwendig. Nicht nur, weil so etwas zum wohlfuehlen notwendig ist, sondern vor allem, da wir natuerlich in der Reisehecktik werder die Telefonnummer noch die Adresse von Stefan in Harbin eingepackt hatten.

Also starten wir die ungeordnete Suche: einfach mal loslaufen und immer munter in die Schaufenster reinschauen. Rechner gabs da ja schon oft, aber eher zum arbeiten. Irgendwann tauchte ein Computerladen auf, also rein und gefragt. Irgend eine Bueroangestellte konnte Englisch und hat uns sogar erklaert und aufgeschrieben wo das Internetkaffee sein soll und wie wir mit dem Bus hinkommen (das ist hier eher etwas schwierig: die Plaene sehen aus wie elektrische Schaltkreise mit eben chinesischer Beschriftung...). Der Computercenter zu dem wir sollten hatte ihrer Meinung nach den Namen: bai Nao. Wir hams sogar gefunden: Buynow. Das ist ein sehr nettes Hochhaus ueber 4 Stockwerke vollgestopft mit kleinen Computerlaeden, aber in das Internetcafe dort kommt man nur als Mitglied an die Rechner. Mitglieder durften wir nicht werden. Also gings wieder weiter und jetzt sind wir in einem sehr netten Kaffe (ja, es gibt hier auch Kaffee, sehr wichtig) irgendwo in einem Edeleinkaufscenter irgendwo in der Tiefgarage. Und jetzt sind wir schon die 3. Stunde hier. Naja, hatte jemand etwa irgend etwas anderes erwartet?! Aber das Computerladenhochhaus werden wir auch noch mal naeher inspizieren. Inge wuerde gerne ein chinesisches Computerspiel haben.

So, jetzt ist es aber echt an der Zeit auch ein paar Sehenswuerdigkeiten zu besichtigen.

Damit viele Gruesse aus Peking,
Inge, Andreas, Florian

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