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Mail Nummer 2

Hallo,

seit unserem letzten Lebenszeichen sind ja nun doch ein paar Tage vergangen, und vielleichst seit ihr inzwischen gespannt wie es uns denn nun weiter ergangen ist. Nuuun, wir sind inzwischen bei Stefan in Harbin angekommen und wieder einigermassen Gesund, aber eins nach dem anderen.

Was geschah den nun seit der letzte Mail?

Wenn man so diese eine Strasse, vermutlich sowas wie die Haupteinkaufstrasse (Hierzulande ist das eine, in der die Laeden einfach groesser sind) entlangeht und man ist als Westler erkennbar (das kann man nicht wirklich verbergen), ist es ziemlich wahrscheinleich dass man von kommunikationsfaehigen Studenten auf Englisch angesprochen wird, die einem entweder Bilder zeigen (und verkaufen) oder ihr Englisch am lebenden Objekt testen wollen. Und es ist am Anfang garnicht einfach, das eine vom anderen zu unterscheiden... Nach ein paar Tagen kannten wir schon einige Leute dort, ich meine nicht dass es nicht 12 Millionen Menschen in Peking gibt. Immerhin kamen wir so an unser erstes richtiges chinesisches Essen, allerdings ohne vorher genau zu wissen, was wir da vorgesetzt kriegen. War aber sehr gut(und billig) und wir wussten zumindest in etwa was uns erwarten wuerde. Das ist nicht ganz Selbstverstaendlich wenn man die Speisekarte nicht lesen kann.

Gegen Abend machten wir uns dann zum Platz des Himlischen Firedens auf. Der Platz ist ... nun ziemlich gross und staendig sieht man Uniformierte strengen Auges ueber den Platz blicken. Daneben aber auch eine ganze Menge andere Leute, die einfach nur herumflanieren, herumsitzen, Drachen steigen lassen oder das dazu noetige Zubehoer verkaufen wollen.

Nach der Rueckker ins Hotel ging dann das uebliche Abendprogramm los: Wir legen uns ins Bett, und wer zuletzt einschlaeft, macht den Fernseher aus (die schlechten Hongkong-Filme mit den nicht entzifferbaren englischen Untertitel waren allerdings auch nicht wirklich interessant...).

3. Tag die Verbotene Stadt

Wie der Reisefuehrer erwaehnt, kostete der Eintritt vor 200 Jaren noch das Leben, heute kommt man mit 30 Yuan weg - nun unter diesen Umstaenden durtften wir natuerlich nicht darauf verzichten das Ding zu besuchen. Immerhin hatten wir schon ein paar mal auf die noerdliche Mauer geschaut...

Ein grosses Schild am Eingang weist daraufhin, was alles verboten sei - insbesondere Rauchen und auf den Boden zu spucken. Letzteres Verbot stoert wohl hauptsaechlich die Chinesen, ersteres besonders Andreas...

Planlos wie ueblich durschritten wir also das noerdliche Tor der Stadt - wir hatten uns wirklich muehe gegeben den ganzen Plan-Verkaufern zu entkommen. Das Ergebnis war, dass wir kurz vor Torschluss merkten, dass wir nen ziemlichen Teil vollkommen uebersehen hatten. Vor allem den, fuer den wir 20 Yuan extra Eintritt bezahlt hatten.... aber am solche Vorkommnisse waren wir ja nun schon gewoehnt. Das soll jetzt nicht etwe heissen, dass wir mal eben zwei Stunden am Nachmittag dort verbracht haben - nein, wir waren von 9 bis 5 in diesem Ding unterwegs. Und wir lagen davon nicht mehr als eine Stunde auf der Sonnenterrasse des Kaisers (oder jedenfalls dem, was wir dazu gemacht haetten, wenn wir dort Kaiser gewesen waeren) in der Sonne. Kein Wunder, dass es verbotene STADT heisst. Ja, und dank des ersten Verbotes auch kein Wunder, dass Andreas die letzten Stunden nicht mehr photographiert hat. Florian: Der haette einfach zu sehr gezittert zum Photographieren.... Das Entkommen aus der verbotenen Stadt ist auch heute nicht ganz einfach. Unzaehlige Rikscha-Fahrer, Masseure und Leute die irgend etwas verkaufen wollen lauern vor den Toren auf vorbeikommende Touristen. Wir mussten erstmal 200 Meter gehen, bis Andreas sich in aller Ruhe wieder eine Zigarette anzuenden konnte.

Auf jeden Fall wars sehr nett aber auch ziemlich anstrengend. Was dazu fuehrte, dass wir erst mal wieder eine Runde Fernsehen und Schlafen gegangen sind, bevor wir uns etwas zu Essen gejagt haben....

4. Tag The Wild Wall

Was sollte man in China denn noch so alles gesehen haben? Nun es gibt da eine ganze Menge, aber nicht weit von Peking entfernt fuehrt die Grosse Mauer vorbei. Gewarnt von den Berichten eines anderen Europaeers im Hotel, entschieden wir uns nicht fuer das Ausflugspaket, das man uns im Hotel verkaufen wollte, das klang zu sehr nach Kaffeefahrt. Im Reisefuehrer gab es da eine Beschreibung von einem Ort der schon mehr nach unserem Geschmack klang. Das erste - aber eher kleinste - Problem bestand nun darin, zur Busstation fuer die Fernverkehrsbusse zu kommen. Dank des neu erstandenen Stadtplans (mit Buslinien und so) war das nicht sooo schwer. Schwieriger war es dann schon eher den richtigen Bus zu finden. Es haette uns sowiso gewundert, wenn wir einen Busbahnhof wie sagen wir in Freiburg vorgefunden hetten. Es handelte sich vielmehr um eine Strasse (wie ueblich ziemlich lang) mit ziemlich vielen Leuten, Taxis, Bussen etc. Irgendwann hatten wir dann den Ort gefunden, wo viele Busse mit einer aehlichen Nummer wie der, die wir suchten, herkamen. Als wir dann aber da hin wollten, machte uns ein Mensch in Uniform klar, dass wir da nicht rein duerfen. Wir zeigten ihgm die Busnummer, die wir suchen, aber er meinte nur, wir sollen uns neben ihn stellen uns uns nicht wegbewegen. Na toll! Aber ungefaehr 10 Sekunden spaeter kam tatsaechlich der Bus, den wir suchten, und der Uniformierte hat ihn sogar fuer uns angehalten. Uniformierte Menschen koennen manchmal wirklich hilfreich sein!

Durch auf-den-Plan-deuten gelang es uns dann sogar der Karten verkauferin zu erklaeren, wohin wir den wollten. Sie hat uns dann auch erzaehlt wo wir aussteigen sollten und welchen weiteren Bus wir nehmen sollten und gab ausserdem einen Zettel mit einem Haufen Schriftzeichen, die wohl dem Schaffner im anderen Bus Informieren sollten, wo wir hin moechten (oder dass wir Auslaender sind, kein Wort chinesisch verstehen und er uns ueber' s Ohr hauen kann, wer weiss ? Aber wir glauben ja ans Gute im Menschen - Manchmal). Wir haben uns dann aber doch einen Minibus mit zwei Maedels aus Daenemark geteilt, die im gleich Bus ankamen. Nun, nach ungefaehr zwei Stunden fahrt waren wir dann endlich am Ziel. Die Kasse am Maueranfang entpuppte sich sehr schnell als Getraenkestand, und nachdem wir heldenhaft die Staumauer eines ueberfliessenden Stausees ueberquert hatten, war es dann so weit: Wir waren an der Chinesischen Mauer, aber noch nich oben drauf. Um dorthin zu kommen, war erstmal eine kleine Kletterpartie notwendig. Nun, letztendlich war alles sehr eindrucksvoll und sehr unrenoviert - ihr werdet die Photos sehen. Unser Wanderung auf der Mauer war nur 4km lang, wir haben aber trotzdem 4 Stunden dafuer gebraucht und dabei wohl einige hundert Hoehenmeter hinter uns gebracht. Es war wohl eher eine Bergwanderung als eine Besichtigungstour, vor allem der Abstieg war nicht immer ganz einfach. Jedenfalls hat Andereas noch am uebernaechsten Tag ueber den Muskelkater gejammert.

Jetzt ist es schon halb zehn abends und Inge quengelt, dass sie ins Bett muss. Also muessen wir wohl oder uebel gehen... (INGE: pah, so schlimm bin ich gar nicht, aber ich hab bestimmt wieder fieber (ja, ja, mittlerweile sind wir naemlich alle krank geworden, aber davon morgen mehr) und will schlafen!)

Muss sie immer so viel verraten ! Haette Sie nicht soviel getrunken und gegessen waere sie jetzt nicht mehr krank ! So wie Andreas zum Beispiel. Der hat sich naemlich vor 2 Tagen vor dem Gelage mit Stefans Chinesen gedrueckt. Da hat er naemlich so getan, als waer er am kraenksten von uns...

(Andreas: Erstens: MIR gehts wieder ganz gut, zweitens ich war WIRKLICH krank !)

Bis denn also
Florian, Inge und Andreas

PS: wegen pB habt ihr alle diese Mail nicht gestern erhalten, sondern bekommt sie erst heute ...

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